Hervorgehoben

Symbolische Aktion am Handelsverband

We strike back! Wer Mütter unter Druck setzt, bekommt es mit uns Frauen* zu tun!

Heute, am 24. Mai 2021, haben wir Frauen* vom Aktionsbündnis 8. März mehr als 300 mit Mist gefüllte Windeln auf dem Gelände des Handelverbands Baden-Württemberg in der Neuen Weinsteige 44 hinterlassen. Unter dem Motto „We strike back! Wer Mütter unter Druck setzt, bekommt es mit uns Frauen* zu tun!“, haben wir klar gemacht, dass wir die Angriffe von Arbeitgebern im Handel auf die Beschäftigten nicht einfach so hinnehmen.

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Statement: We strike back! Solidarität mit den Beschäftigten im Handel

Bleigewichte am Rettungsring? So bezeichnet der Handelsverband Baden-Württemberg (HBW) die Forderungen der Gewerkschaft Ver.di im den aktuellen Tarifauseinandersetzung im Einzel- und Versandhandel1. Der HBW verweist auf die Coronakrise, doch was er dabei nicht erwähnt: Trotz Krise hat der Einzelhandel im elften Jahr in Folge seinen Umsatz steigern können2. Anstatt die Beschäftigten, die während der Coronakrise einer besonderen Arbeitsbelastung ausgesetzt sind, zu entlasten, nutzen die Arbeitgeber die Krise für weitere Angriffe auf die Arbeitsrechte. Mit einer weiteren Ausdehnung entgrenzter, sogenannter flexibler Arbeitszeiten unter Androhung von Entlassungen wird aktuell beispielsweise bei den Modeketten H&M oder Zara die Belegschaft unter Druck gesetzt und gespalten. Besonders betroffen von diesem Angriff auf die Beschäftigten sind Mütter mit Sorgeverantwortung.

Wir, das Aktionsbündnis 8. März, solidarisieren uns mit den Beschäftigten im Einzelhandel und ihren Forderungen nach mehr Gehalt, sicheren Arbeitszeiten und der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge. Die Forderungen von Ver.di sind kein Bleigewicht am Rettungsring. Für viele Beschäftigte im Einzelhandel sind sie die notwendige Luft, um sich überhaupt noch über Wasser halten zu können!

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Der Kampf um Selbstbestimmung geht weiter – Weg mit §218!

In über 40 deutschen Städten gab es am 15. Mai 2021 anlässlich des 150. Jahrestags des Paragraphen 218 Aktionen und Demonstrationen. So auch in Stuttgart, wo rund 350 Menschen für das Recht auf körperliche Selbstbestimmung auf die Straße gingen. Schwangerschaftsabbrüche gehören aus dem Strafgesetzbuch gestrichen und vollständig entkriminalisiert! Wir kämpfen für vollständige Selbstbestimmung!
 
Frauen*kämpferischer Start in den Tag – Abtreibungsgegner*innen ausgebremst!

Der 15. Mai begann schon um 10.00 Uhr morgens feministisch. So organisierten wir kurzfristig Protest gegen eine kleine Gruppe von Abtreibungsgegner*innen, die sich regelmäßig vor der einzigen/einen der wenigen Klinik, die Abtreibungen in Stuttgart durchführt, trifft. Dort belästigen sie Schwangere, die sich auf dem Weg in die Klinik befinden.

Wir haben die Abtreibungsgegner*innen eine gute halbe Stunde von dem Platz vor der Klinik fernhalten können. Der Polizei war sehr daran gelegen, für die christlichen Fundamentalist*innen das Recht auf Versammlungsfreiheit durchzusetzen. Dass sie Schwangere belästigen, die eine Arztpraxis aufsuchen, ist der Polizei offensichtlich egal. Gewaltsam und unverhältnismäßig aggressiv wurde unser Gegenprotest auf die andere Straßenseite geschoben.

Von den ca. 20 Abtreibungsgegner*innen waren rund drei Viertel männlich. Die Fundamentalisten bezeichnen Abtreibungen als „weltweit häufigste Todesursache“. Die Selbstbestimmung eines Menschen scheint ihnen dabei völlig egal zu sein, lieber zwingen sie Menschen zu Schwangerschaft, Geburt und Elternschaft. Unter ihnen sind auch immer wieder jüngere Menschen, die man von der reaktionären Gruppe „Pro Life“ kennt. Diese möchte uns das Recht auf Selbstbestimmung vollständig nehmen, in ihrem Denken sind wir persönlichkeitslose Gebärmaschinen im Dienste Gottes und nicht etwa eigenständige Menschen mit einem Recht auf ein selbstbestimmtes Leben.

Demonstration – Weg mit den Paragraphen 218 und 219 und 219a!


Unsere Demo durch die Stuttgarter Innenstadt startete mit einer Auftaktkundgebung auf dem Rotebühlplatz. Zu Beginn der Kundgebung wurden feministische Luftballons und Flyer an Passant*innen verteilt. Der erste Redebeitrag des FF*GZ (Feministisches Frauen*gesundheitszentrum Stuttgart e.V.) thematisierte die gesundheitlichen und psychischen
Aspekte, die eine Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen mit sich bringt. Darauf folgte eine Rede der Frauen*organisation SKB (Bund Sozialistischer Frauen) ging auf die Kämpfe von Frauen* für das Recht auf Abtreibung in anderen Ländern ein  In der letzten Rede, von uns als Aktionsbündnis 8. März, ging es darum, den Kampf um körperliche Selbstbestimmung mit der sozialen Frage zu verbinden. Das Patriarchat ist älter als der Paragraph 218. Wir wollen mehr als seine Abschaffung, wir wollen ein selbstbestimmtes Leben für alle.

Die anschließende Demonstration brachte mit vielen Schildern, Parolen, Fahnen, Stencils und Rauch einen kämpferischer Frauen*ausdruck auf die Straße. Wie auch schon bei unseren bisherigen Demos fiel eines besonders auf: Viele der Demonstrant*innen brachten selbstgebastelte Schilder und Transparente mit, oder kamen kostümiert. Das finden wir super!

Die Demo endete am Schillerplatz, wo das Justizministerium mit bunter Sprühkreide, Absperrband und Plakaten geschmückt wurde, um symbolisch zu zeigen, dass das wahre Verbrechen die Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen und nicht unser Anspruch auf körperliche Selbstbestimmung ist!


Der Kampf um Selbstbestimmung geht weiter!

Wir wollen selbst über unsere Körper und Leben bestimmen. Wir sind keine Gebärmaschinen, die einem patriarchalen Staat die Bevölkerung „absichern“. Wir sind vollständige Mitglieder der Gesellschaft, ob mit oder ohne Kinder. Das heißt, wir entscheiden selbst, ob wir Mütter sein wollen. Denn diese Rolle geht mit einem Haufen unbezahlter Pflege- und Sorgearbeit einher, die noch immer hauptsächlich wir Frauen* übernehmen und die finanziell zu unseren Lasten geht. Wir kämpfen für tatsächliche Wahlmöglichkeiten: Um selbstbestimmt leben zu können, müssen wir die Möglichkeit haben, uns umfänglich über medizinische Verfahren und Folgen von körperlichen Eingriffen, wie Schwangerschaftsabbrüchen, informieren zu können. Nur mit einem guten Informationszugang und einer medizinischen Grundversorgung werden wir uns frei für oder gegen einen Abbruch entscheiden können.

Weg mit den Paragraphen §§ 218-219! Her mit fundierten Informationen und ausgebildeten Arzt*innen, die Abbrüche sicher durchführen können. Schwangerschaftsabbrüche sind Teil der Gesundheitsversorgung und müssen wie andere medizinische Leistungen geregelt werden. Wir wollen weg von der kapitalistischen Profitwirtschaft, in der Einzelne privilegiert leben. Wir wollen hin zu einer Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung. Das wird uns Frauen* nicht einfach geschenkt werden!
Um die bestehenden patriarchalen und kapitalistischen Verhältnisse zu überwinden, müssen wir aktiv kämpfen und uns organisieren!

Du willst für die Befreiung der Frau* kämpfen? Wir treffen uns jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat um 18:30 Uhr, aktuell aufgrund der Pandemie online. Wenn du den Link zur Veranstaltung haben möchtest, schreib uns eine kurze E-mail an aktion-frauen@riseup.net Wir freuen uns auf Dich!