Antifaschistische Kundgebung: Rechten Terror stoppen!

Einen Tag nach dem Attentat in Halle, bei dem der Faschist Stephan Balliet zwei Menschen ermordet hat und darüber hinaus versuchte, in eine voll besuchte Synagoge einzudringen und dort ein Massaker anzurichten, nahmen am heutigen Donnerstagabend 200 Menschen an einer Kundgebung in der Stuttgarter Innenstadt teil.

Unter dem Motto „Rechten Terror stoppen!“ hatte das Bündnis Stuttgart gegen Rechts dazu aufgerufen, auf die Straße zu gehen, Solidarität mit den Betroffenen und Angehörigen zu zeigen und zu verdeutlichen, dass es sich bei dem rechten Anschlag nicht einzig um die Tat eines Einzeltäters handelt, sondern vielmehr um ein Resultat eines seit Jahren erstarkenden Rechtsrucks, der sich sowohl auf der Straße, als auch in den Parlamenten zuspitzt und angefeuert wird.

Neben Antisemitismus und Rassismus war auch Frauenfeindlichkeit eines der handlungsleitenden Motive des Nazis.

Im Folgenden die Rede vom Aktionsbündnis 8. März, die auf der Kundgebung verlesen wurde:

 

Liebe Antifaschistinnen und Antifaschisten,

neben antisemitischen und rassistischen Motiven erklärt der Angreifer von Halle unter anderem den Feminismus als die Ursache allen Übels. Feministische Kämpfe – wie zum Beispiel das Recht auf Abtreibung – sollen der angebliche Grund dafür sein, dass zu wenig Kinder geboren werden, und die Bevölkerung durch Einwanderer ausgetauscht werden soll.

Diese Position ist keine Neuheit!

Seit der voranschreitenden Rechtsentwicklung in Deutschland finden die rechten und reaktionären Kräfte zunehmend mehr Gehör und alte Rollenbilder werden wieder präsenter. In dieser hierarchischen Geschlechter-Ordnung gilt der Mann als überlegen, wohingegen die Frau das Bild einer fleißigen Hausfrau und Mutter erfüllt, die lediglich für die Erziehung der Kinder, zum Kochen und zum Putzen zu gebrauchen ist. Das Konzept eben jener traditionellen Familie, in der ein deutscher Vater und eine deutsche Mutter das Volk reproduzieren, ist ein zentraler Bestandteil rassistischen und nationalistischen Denkens.

Umso wichtiger ist es, dass wir uns als Frauen zusammenschließen und organisieren, um unsere bereits hart erkämpften Rechte zu verteidigen. Aber auch um noch weitere Schritte in Richtung Gleichberechtigung zu gehen und für die Befreiung der Frau zu kämpfen.

Rechte und reaktionäre Kräfte wollen das Rad der Geschichte zurückdrehen und die alten Rollenbilder wieder beleben.

Dagegen beziehen wir klar Stellung.

Wir werden die Errungenschaften der Frauenbewegung verteidigen und kämpfen weiter für eine solidarische und gerechte Welt. Dabei geht es nicht nur darum, den rechten Parteien keine Stimmen zu geben, sondern aktiv gegen den Rechtsruck und den Terror von rechts auf die Straße zu gehen!

Alerta Antifascista! Für die Befreiung der Frau!

 

Außerdem noch ein Ausschnitt aus der Rede des Antifaschistischen Aktionsbündnis Stuttgart und Region:

„Wir werden nicht still sein, wenn Menschen ermordet werden, wir werden nicht herumstehen während sie die Tat von Halle wiederholen wollen, beklatschen und beschönigen. Es gibt hier nur zwei Seiten. Stoppen wir jetzt was sich seit Jahren angebahnt hat. Verteidigen wir uns und andere Menschen aktiv gegen diese Angriffe. Brechen wir die Bewegung in deren Schatten Stephan Balliet und andere morden.“

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