Wäscheleinen in der Stadt: Equal-Care-Day!

Am Samstag den 29. Februar, dem Equal Care Day, sind wir mit ein paar Frauen auf die Königsstraße gegangen um dort den Alltag zu stören und auf die viele unbezahlte Arbeit von Frauen im Haushalt und bei der Kindererziehung aufmerksam zu machen.

Diese unbezahlte Arbeit, welche oft im Verborgenen zu Hause von Frauen verrichtet wird, bildet die Grundlage unserer Gesellschaft und sollte auch als solche anerkannt werden.

Wir wollen uns darum nicht mehr alleine, sondern gemeinsam und kollektiv organisiert kümmern.

Mit Wäscheleinen, die wir quer über den Weg gespannt haben, haben wir die Passant*innen an zwei verschiedenen Plätzen zum Stehen bleiben und Zuhören bewegt.

Die Kleidung und Plakate der Wäscheleinen stehen symbolisch für die unbezahlte Reproduktionsarbeit. Diese sollen auch den Tag über hängen bleiben und so noch mehr Passant*innen zum Nachdenken anregen.

Hier findet ihr die Durchsage vom Tag:

Durchsage 29. 02.

Heute ist Equal Care Day. Dieser macht auf die gravierend ungleiche Verteilung der im Haushalt anfallenden Sorge-, Erziehungs- und Pflegearbeiten zwischen Frauen und Männern aufmerksam. Frauen verrichten rund 50 Prozent mehr von diesen unbezahlten Arbeiten – Gender Care Gap nennt man diese Ungleichheit.

Das heißt im Klartext: Frauen verbringen im Schnitt über 4 Stunden am Tag mit unbezahlter Hausarbeit – das ist fast doppelt so viel wie bei Männern.

Um sich einen Großteil der Zeit um Hausarbeit und Kinder kümmern zu können, arbeiten sie öfter in Teilzeit-Jobs, welche auch noch schlechter bezahlt werden. Das führt zu Überlastung, Abhängigkeit und Armut.

Heute haben wir uns dazu entschlossen, diesen Alltag kurz zu unterbrechen um auf all die unsichtbare Arbeit aufmerksam zu machen, die wir tagtäglich leisten.

Wir wollen uns darum nicht mehr alleine, sondern gemeinsam und kollektiv organisiert kümmern.

Der 8. März, der internationale Frauenkampftag, fällt dieses Jahr auf einen Sonntag. Auch an Sonntagen – vermeintlich freien Tagen – erledigen Frauen einen Großteil der Hausarbeit und Kinderbetreuung.

Lasst deshalb zu Hause alles stehen und liegen und kommt mit uns auf die Straße.

Lasst uns gemeinsam zeigen: wenn wir Frauen streiken steht die Welt still!

(Die Plakate zum herunterladen findet ihr in dem vorherigen Post „Aktionen zum Equal-Care-Day“)