Weiblich. Systemrelevant. Ausgebeutet.

Die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst sind angelaufen. Unter den Beschäftigten sind zahlreiche Frauen*, beispielsweise im Sozial- und Erziehungsdienst, der Hauswirtschaft sowie Pflegeberufen. Schon jetzt stellt sich die Seite der Arbeitgeber*innen stur und zeigt keinerlei Entgegenkommen. Unsere Forderung ist: Höhere Löhne für gesellschaftlich relevante Arbeit. Vor allem Frauen* leisten in den genannten Berufen Arbeit, ohne die unsere Gesellschaft nicht funktionieren würde. In der aktuellen Tarfiverhandlung können also weder die Corona-Pandemie, noch die beginnende Wirtschaftskrise eine Ausrede für leere kommunale Kassen sein.

Im öffentlichen Dienst gab es keine relevanten krisenbedingten finanziellen Einbrüche, aber die Beschäftigten sollen jetzt zurückstecken und auf berechtigte Verbesserungen in ihrer Tarifrunde verzichten. Es ist genug Geld vorhanden, es wird nur falsch verteilt! Entsprechend kapitalistischer Gesetze steht die Profitmaximierung im Vordergrund und nicht die Interessen und Bedürfnisse der Menschen. Seit der Corona-Pandemie rettet der Staat Unternehmen – wie in der Finanzkrise 2009 die Banken: Über Wochen wurde Kurzarbeitergeld gezahlt und Sozialabgaben übernommen. Gleichzeitig kündigten schon manche Unternehmen an, weiter Dividenden an ihre Aktionäre auszuzahlen! Beispielsweise hat BMW, als ein Konzern, der wochenlang über Kurzarbeitergeld entlastet wurde, beschlossen dieses Jahr dennoch 1.6 Milliarden Euro an die Aktionäre auszuschütten.

Lasst uns die Beschäftigten in dieser Tarifrunde aktiv unterstützen, damit sie ihre Forderungen durchsetzen können. Unsere reale Antwort auf den symbolischen Applaus muss sich jetzt in  Solidarität ausdrücken. Denn wenn wir uns solidarisch zeigen, erhöht sich der Druck auf die Arbeitgeber und können Veränderungen zugunsten der Beschäftigten durchgesetzt werden.

Auch darüber hinaus müssen wir für andere gesellschaftliche Verhältnisse kämpfen, in denen es egal ist, welches Geschlecht, Alter oder Herkunft wir haben. Eine Gesellschaft, in der keine Frau* mehr im Beruf oder im Privaten ausgebeutet wird und Frauen* rechtlich und ökonomisch gleichgestellt sind.

Als Frauen* – egal aus welcher Berufsbranche – wollen wir die Beschäftigten in dieser Tarifrunde unterstützen. Der Anfang dazu ist eine Frauen*streikzeitung, mit der wir die aktuellen betrieblichen Kämpfe der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst mit der Idee des Frauen*streiks verbinden wollen, aber auch weitere Aktionen sind geplant. Dabei könnt ihr euch noch einbringen:
Am Donnerstag um 19:00 Uhr findet unser nächstes Treffen im Gewerkschaftshaus (Willi-Bleicher-Straße 20, 70174) statt.

Weitere Termine:
Mittwoch, 07.10. um 18:30 Uhr im Gewerkschaftshaus

bisherige Aktionen: