„Über meinen Körper entscheide ich!“ – Abtreibungsgegnern in Stuttgart entgegentreten

Kundgebung für das Recht auf körperliche Selbstbestimmung am 19.12.2020

Seit einigen Wochen treffen sich christliche Fundamentalist*innen am Olgaeck in Stuttgart. Ausgestattet mit Kreuzen und vorwurfsvollen Sprüchen halten sie einen Gebetsmarsch mit anschließender Mahnwache ab. Außerdem sprechen sie gezielt Frauen an, belästigen sie und versuchen, sie einzuschüchtern und sie in der selbstbestimmten Entscheidung über ihren eigenen Körper zu beeinflussen.

Das Aktionsbündnis 8. März veranstaltete heute zum zweiten Mal
Gegenprotest. Nach unserem öffentlichen Aufruf sind die Reaktionären
jedoch gar nicht erst „aufgekreuzt“. Trotzdem haben wir unsere
Kundgebung stattfinden lassen. Über 30 Frauen* und Männer trafen sich am
Olgaeck, um ein klares Zeichen gegen die Unterdrückung der Frau* zu
setzen.

Redebeiträge zur Situation in Polen und Argentinien

Die Kundgebung beinhaltete verschiedenste Redebeiträge. Während die
PiS-Partei in Polen weiterhin die Rechte der Frauen* angreift, zeigen
sich in Argentinien erste Erfolge: nach lautstarken Protesten der
Frauenbewegung stimmt das Parlament am 29.12.2020 nochmal darüber ab,
inwieweit der Gebärzwang für Frauen gelockert werden soll. Wir werden
weiterhin berichten und zeigen uns solidarisch.

Sowohl die landesweiten Proteste des Strajk Kobiet in Polen als auch die
Frauenbewegung in Argentinien zeigen, was wir als Frauen* auf der Straße
erreichen können. Wir Frauen hier in Stuttgart möchten uns an diesen
frauenkämpferischen Protesten ein Beispiel zu nehmen und werden auch
weiterhin für unsere Rechte auf die Straße gehen. Zuversichtlich blicken
wir auf den 08. März 2021. Beteiligt euch an den Protesten zum
internationalen Frauenkampftag!

Die Gebärmutter als Politikum: Fortschritt sucht man auch in
Deutschland vergebens

Auch in Deutschland sind wir von echter Gleichberechtigung noch weit
entfernt: mit den Paragrafen §218 und §219, welche Abtreibungen
kriminalisieren und nur unter engen Bedingungen als straffrei erklären,
nimmt der Staat immer noch Einfluss in das Leben und die Körper von uns
Frauen und degradiert Frauen zu Gebärmaschinen. Durch die obligatorische
Zwangsberatung sowie die erzwungen Bedenkzeit von 3 Tagen wird Frauen
weiterhin die Fähigkeit abgesprochen, selbstständig Entscheidungen
treffen zu können.

„Warum ist das in einem doch so fortschrittlichen Land wie Deutschland
immer noch so?“ werden sich sicherlich viele Fragen. Grund hierfür ist
das kapitalistische und patriarchale System, welches sich ohne die
Unterdrückung von Frauen* und Minderheiten nicht aufrechterhalten kann.

Besonders gefährlich sind die fließenden Grenzen aus vermeintlich
christlichem Glauben und völkisch-nationalistischem Gedankengut, denn
ein Abtreibungsverbot erweist sich für die Nachzucht deutscher Soldaten
als überaus förderlich. Kein Wunder, dass sich AfDler wie Meuthen und
von Storch offen gegen die Selbstbestimmtheit der Frau* aussprechen und
am jährlichen in Berlin stattfindenden „Marsch für das Leben“
teilnehmen. Ziel ist ein gesellschaftlicher Rollback, der Frauen wieder
in die machtlose Rolle der unterwürfigen Hausfrau und Mutter
zurückzudrängt. Statt ein freies, selbstbestimmtes Leben führen zu
können, sollen Frauen ausschließlich für den Fortbestand des „deutschen
Volkes“ Sorge tragen.

Aber da haben sich Rechte, christliche Fundamentalist*innen, AfDler und
anderes Nazipack geschnitten:
Wir Frauen machen da nicht mit! Wir lassen uns nicht länger
unterdrücken! Wir haben ein Recht auf ein freies, selbstbestimmtes Leben
und dafür werden wir kämpfen! Nieder mit Patriarchat und Kapitalismus!

Frauen leisten zusätzlich zur schlechter bezahlten Lohnarbeit
durchschnittlich 4 Stunden am Tag unbezahlte Care-Arbeit, welche nicht
erst seit Corona systemrelevant ist. Wer nicht mal selbst über den
eigenen Körper bestimmen darf, wird auch sonst nirgendwo Gehör finden
und ernstgenommen werden.

Christlicher Fundamentalismus Hand in Hand mit rechten Ideologien

Besonders gefährlich sind die fließenden Grenzen aus vermeintlich
christlichem Glauben und völkisch-nationalistischem Gedankengut, denn
ein Abtreibungsverbot erweist sich für die Nachzucht deutscher Soldaten
als überaus förderlich. Kein Wunder, dass sich AfDler wie Meuthen und
von Storch offen gegen die Selbstbestimmtheit der Frau* aussprechen und
am jährlichen in Berlin stattfindenden „Marsch für das Leben“
teilnehmen. Ziel ist ein gesellschaftlicher Rollback, der Frauen wieder
in die machtlose Rolle der unterwürfigen Hausfrau und Mutter
zurückzudrängt. Statt ein freies, selbstbestimmtes Leben führen zu
können, sollen Frauen ausschließlich für den Fortbestand des „deutschen
Volkes“ Sorge tragen.

Aber da haben sich Rechte, christliche Fundamentalist*innen, AfDler und
anderes Nazipack geschnitten:
Wir Frauen machen da nicht mit! Wir lassen uns nicht länger
unterdrücken! Wir haben ein Recht auf ein freies, selbstbestimmtes Leben
und dafür werden wir kämpfen! Nieder mit Patriarchat und Kapitalismus!