Gemeinsam streiken, organisiert kämpfen – Frauen*ausbeutung und Kapitalismus überwinden!

Demobeteiligung und Veranstaltung zum 1. Mai

Zugangslink für die Veranstaltung: https://selfsignup202010054694-eyb.my.webex.com/selfsignup202010054694-eyb.my/j.php?MTID=mf3f80fa80c98fda9d1f7d27e05545b22

Zwischen Lohn- und Reproduktionsarbeit gefangen – mit feministischem Klassenkampf unsere Befreiung erlangen!

Auch wenn Frauen* Bundeskanzlerin sein können, es in vielen Betrieben Gleichstellungs- und Frauen*beauftragte gibt, Frauen* auf dem Papier die selben Rechte wie Männer haben, so sieht die Realität vieler Frauen* anders aus. Prekäre Arbeitsverhältnisse und schlechte Arbeitsbedingungen prägen ihr Berufsleben und im Privaten sind sie noch immer stärker als ihre Partner für Hausarbeit, Kindererziehung und die Pflege von Angehörigen zuständig. Mit alltäglich erlebbarem Sexismus, patriarchaler Gewalt und der Verweigerung des Rechts auf unsere körperliche Selbstbestimmung sollen wir Frauen* zudem klein gehalten und entsprechend den uns zugeschriebenen Rollen geformt werden.

Der 1. Mai steht wie kein anderer Tag dafür, verschiedene Kämpfe zusammenzubringen und für eine befreite Gesellschaft einzustehen. Für eine Zukunft, in der alle Menschen die gleichen Rechte haben und Armut, Rassismus und die Ausbeutung der Menschen der Vergangenheit angehören. Einer Gesellschaft, in der die Bedürfnisse aller Menschen im Vordergrund stehen und nicht die Interessen von ein paar Wenigen, denen es nur um die Vermehrung ihres Profits geht. Und in der Frauen* selbstbestimmt und befreit leben können.

Ausbeutung in der Lohnarbeit

Frauen leisten einen Großteil der gesellschaftlich notwendigen Arbeit. In der Krankenpflege sind 80 Prozent, in der Altenpflege 83 Prozent und in der Kinderbetreuung 92 Prozent der Beschäftigten weiblich. Diese Jobs sind von schlechter Bezahlung, Personalmangel, Überlastung und schwierigen Arbeitszeiten geprägt, obwohl sie für das Funktionieren der Gesellschaft notwendig sind, wie gerade die Corona-Pandemie mehr als deutlich macht. Doch die Pandemie zeigte auch, was alle Krisen gemeinsam haben: Die Reichen werden immer reicher, die Armen ärmer. Besonders betroffen davon sind Frauen, auf deren Rücken viele der Maßnahmen ausgetragen werden. Bestehende Ungleichheiten wurden verschärft und hart erkämpfte Fortschritte der vergangenen Jahre wieder zunichtegemacht.

Es waren vor allem Frauen, die ihre Arbeitszeiten im letzten Jahr reduzierten, um sich um Kinder und Angehörige zu kümmern, obwohl sie eh schon ein geringeres Einkommen als ihre Partner haben (in Baden-Württemberg verdienen Frauen* 25 Prozent weniger als Männer). Die unbezahlten Urlaub oder Kinderkranktage beantragten, oder im Homeoffice versuchten, Kinderbetreuung und Job unter einen Hut zu bekommen. Die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung zu Hause, wurde so durch die Corona-Pandemie noch verstärkt. Frauen tragen die Hauptlast im Haushalt. Sie putzen, waschen, kochen und kümmern sich um die Kindererziehung und Angehörigenpflege.

Doppelt ausgebeutet!

Diese geschlechtsspezifische und ungleiche Arbeitsteilung dient dem kapitalistischen System: Frauen tragen einen großen Teil dazu bei, dass Beschäftigte ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen können, indem sie den Haushalt schmeißen, einkaufen, sich um Angehörige kümmern und ihren Partner emotional unterstützen. Davon profitiert der Mann, der Arbeitgeber und das kapitalistische System, das möglichst billige und leistungsstarke Arbeitskräfte benötigt.

Als lohnabhängige Frauen* sind wir daher doppelt betroffen – wir werden im Privaten und im Beruf ausgebeutet und sind geschlechtsspezifischer Unterdrückung ausgesetzt. Wir haben daher kein Interesse an dem kapitalistischen, patriarchalen System!

Unsere Perspektive

Wir kämpfen für eine Welt ohne zugeschriebene Rollenbilder, Ausbeutung und Unterdrückung! Die Verantwortung Kinder zu erziehen, Familienangehörige zu pflegen, uns alle mit Essen und anderen notwendigen Dingen zu versorgen, muss gesellschaftlich erfolgen und bei allen Geschlechtern liegen. Großküchen und wohnungsübergreifende Gemeinschaftsräume wären ein Ansatz, um Haus-, Pflege- und Erziehungsarbeit zu kollektiveren. Statt Profite für Wenige müssen die Interessen aller im Vordergrund stehen. Darauf sollte das gesamte System, in dem wir leben, ausgerichtet sein.

Mit viel Ausdauer und einem anhaltenden Frauenkampf können wir etwas verändern. Unser Protest und Widerstand richtet sich gegen die aktuellen Verschlechterungen unserer Lebenssituation, aber auch gegen den ausbeuterischen kapitalistischen Normalzustand. Deswegen gehen wir als Frauen* am 1. Mai, dem Tag der Arbeiterinnenklasse, mit unseren Kolleginnen und Kollegen auf die Straße und kämpfen gemeinsam für eine Gesellschaft, in der nicht nur Wenige über gesellschaftliche Reichtümer verfügen, sondern wir alle gemeinsam über diese entscheiden.

Wir kämpfen für höhere Löhne und dafür, dass Sorgearbeiten als gesellschaftlich notwendig anerkannt werden und auf den Schultern von allen – Männern wie Frauen* – verteilt werden. Wir kämpfen gegen reaktionäre Politik mit ihren veralteten Rollenbildern. Ihnen zum Trotz kämpfen wir für eine Vielfalt an Familienentwürfen und für das uneingeschränkte Recht auf Abtreibung.
Wir kämpfen gegen Sexismus, patriarchale Gewalt und Kapitalismus!

Deshalb am 01. Mai auf die Strasse!

frauen*kämpferische Beteiligung im antikapitalistischen Block!
1. Mai – 10 Uhr – Marienplatz – mit Maske und Abstand

weitere Informationen zum antikapitalistischen Block findet ihr hier: https://1maiaufdiestrasse.info/

Die Krise hat System. Unsere Antwort ist feministisch!

Veranstaltung im Vorfeld des 1. Mai

Zugangslink für die Veranstaltung: https://selfsignup202010054694-eyb.my.webex.com/selfsignup202010054694-eyb.my/j.php?MTID=mf3f80fa80c98fda9d1f7d27e05545b22

Die Pandemie im Jahr 2020 hat einmal mehr gezeigt, dass Frauen* in unserer Gesellschaft eine tragende Rolle einnehmen. Die Arbeit, die wir leisten hält die Gesellschaft am Laufen – in der Kita, in Großküchen, im Krankenhaus, im Einzelhandel oder auch in den „eigenen Vier-Wänden“. Gleichzeitig sind Frauen* noch immer häufiger von Armut betroffen.

Doch es muss nicht sein, dass Frauen* systematisch benachteiligt sind. Deshalb werden wir aktiv. Am 8. März 2021, am 1. Mai und an allen weiteren Tagen im Jahr.

Zwei Aktivistinnen* aus dem Aktionsbündnis wollen bei der Veranstaltung gemeinsam mit euch über unsere feministische Antwort sprechen, von konkreten Aktionen am 1. Mai bis hin zu unserer Perspektive eines Frauen*streiks.

Online-Veranstaltung am 28.04.2021 um 18 Uhr.
Die Zugangsdaten findet ihr am Tag der Veranstaltung auf unserer Homepage.