Kämpferische Demonstration zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

Am Samstag, dem 27.11.21, haben wir als Aktionsbündnis unter dem Motto „We fight back“ zu einer Demo gegen Gewalt an Frauen* aufgerufen. Rund 350 Menschen folgten dem Aufruf und beteiligten sich an dem Protest. Durch den staatlich angeordnete Rückzug in die eigenen vier Wände ist partnerschaftliche und häusliche Gewalt gegenüber Frauen nochmals gestiegen. Häufiger als jeden dritten Tag wird eine Frau von ihrem (Ex-)Partner ermordet.

Mit unserer heutigen Demonstration haben wir einen weiteren Schritt gemacht, um in Stuttgart Frauen* für den gemeinsamen Kampf gegen Patriarchat und Kapitalismus auf die Straße zu mobilisieren sowie die Öffentlichkeit über die gewaltvollen und Frauen* unterdrückenden Verhältnisse aufzuklären:

Um sichtbar zu machen, dass auch die Ehe und vor allem das eigene Zuhause ein Ort der Gewalt gegen Frauen* ist, haben einige Frauen* am Rande der Demo, das Standesamt mit Luftballons markiert. Diese haben wir gemeinsam platzen lassen um Gewalt gegen Frauen* in der Institution Familie symbolisch zu zerschlagen.

„Frauen helfen Frauen“ hat mit einem Redebeitrag die lebensgefährlichen Auswirkungen und gewaltvollen Zuspitzungen der Pandemie, von denen insbesondere Frauen* betroffen sind, aufmerksam gemacht. Eine Sprecherin der kurdischen Frauen*bewegung hat verdeutlich, wie mutig Frauen* in der autonomen Region Rojava für eine Gesellschaft kämpfen, die Frauen ein tatsächlich gleichberechtigtes Leben ermöglicht. Vertreterinnen der Betriebsgruppe eines Trägers im Sozialdienst, mit denen wir im vergangenen Jahr gemeinsam eine Aktion beim Arbeitgeber gemacht haben, haben solidarische Grüße geäußert und die Wichtigkeit betont, sich als Frauen im Betrieb zu organisieren. Außerdem haben Frauen* vom Aktionsbündnis die Worte zweier von sexistischen Übergriffen betroffenen Frauen verlesen. Eine von ihnen führt aktuell einen Prozess gegen ihren Arbeitgeber den SWR und die andere kämpft für ihre Rechte an der Hochschule, an welcher sie studiert. Wir freuen uns über den Mut der Frauen*, ihre eigene Geschichte öffentlich zu machen und die Gewalt nicht schweigend hinzunehmen.

Zum Abschluss der Demonstration haben wir mit vorbereiteten Gedenkkerzen an diejeinigen Frauen* erinnert, die aufgrund ihres Geschlechts ermordet wurden. Die Schweigeminute wurde mit einem farbenfrohen Feuerwerk abgeschlossen, um deutliche zu machen wir kämpfen gegen das Vergessen und gegen die Unsichtbarkeit von Gewalt und Mord an Frauen*.

Natürlich sind diese Kämpfe leider nicht mit einer einzelnen Demonstration gewonnen, sondern müssen weitergehen. Während die Regierung mit der Pandemie ein Rettungspaket nach dem nächsten für Unternehmen schnürt, lässt finanzielle Unterstützung für Frauen*häuser oder -beratungsstellen immer noch auf sich warten. Wenn wir wollen, dass sich etwas ändert, müssen wir das also selbst in die Hand nehmen. Daher ist für uns weiterhin klar: We fight back!

Für eine antikapitalistische, gerechtere und feministische Gesellschaft!